Matador / Mayor



Hersteller Vidal & Sohn
Typ Vierrad
Baujahr 1949 - 1952
Stückzahlen 13.611
Fahrgestellnummern 008 - 0209, 100 210 - 113 621
Motor Vierzylinder Viertakt VW Motor, 1131 cm³, luftgekühlt
Leistung 24,5 PS
Nutzlast 1000 KG
Sonderaufbauten ab Werk Hoch-, Tiefpritsche, Kasten-, Koffer-, Kombi-,  Montagewagen (Kastenwagen mit zweiter Sitzbank), Doppelkabine, Hebmüller Luxuskabine, Luxuskasten und Luxusbus, Reisemobil, Mikafa Reisemobil, Omnibus, Gardinenwagen, Viehtransportwagen, Möbelwagen, usw...

Beschreibung

Anfang Februar 1949 stellte das Tempo Werk mit dem neuen Matador den Nachfolger des erfolgreichen A 600 vor, dessen Produktion kriegsbedingt 1943 eingestellt wurden musste.

Der neue Konstrukteur Dietrich Bergst setzte sich bei den Vidals mit seinem Entwurf gegen den Entwurf des damaligen Chefkonstrukteurs Otto Daus durch. Das Fahrzeug wurde heimlich schon kurz nach Ende Krieges trotz des Verbots der englischen Besatzer zu Hause in der Küche von Familie Bergst entworfen.

Für den großen Erfolg sorgte, dass das Auto zunächst vom 1. bis 23. Februar 1949 als Vorführwagen an die Händler, an die besten Kunden zur Erprobung, sowie an die Firma Hebmüller zur Herstellung von Vorführfahrzeugen ausgeliefert wurde. Einige Wagen dieser Vorserie mit Fahrgestellnummern 008 bis 0209 dienten auch als Fotomotiv zur Herstellung der ersten Prospekte. Die Fahrzeuge wurden nach der Erprobung durch die Kunden gründlich untersucht und die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in Verbesserungen für die laufende Produktion ein.

Am 23. Februar 1949 wurde dann mit Chassis Nummer 100 210 der erste serienmäßige Matador, eine Hochpritsche, ausgeliefert.

Der im Krieg bewährte Volkswagenmotor, welcher als Mittelmotor hinter der Vorderachse verbaut wurde sorgte gemeinsam mit dem serienmäßigen VW-Getriebe für den Antrieb auf die Vorderräder. Dies ermöglichte im Gegensatz zu dem ein Jahr später Anfang März 1950 vorgestellten  VW-Transporter nahezu unbegrenzte Aufbauvarianten für das Fahrzeug.

Große Stückzahlen sicherte ein Auftrag des neu gegründeten Bundesgrenzschutz für Kranken-, Werkstatt- und Mannschaftsfahrzeuge auf Basis des Matador Luxus mit vergrößerter Karosserie, welcher bei Karosserie Hebmüller in Wülfrath gefertigt wurde.

Auf Grund des zunächst grundsätzlich unverändert eingebauten VW-Getriebes wurde Tempo bereits 1949 sehr schnell mit zahlreichen Reklamationen konfrontiert, die zunächst nicht ernst genommen wurden. Erst, nachdem der Rennfahrer Hans Stuck mit seinem Matador Renntransporter schwer verunglückte, wurde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Der Differentialkorb des Hinterachsgetriebes aus dem Käfer war nicht für die hohen Belastungen an der Vorderachse ausgelegt und brach bei Belastung. Dadurch wurde das Fahrzeug unlenkbar – mit katastrophalen Folgen. Das Getriebe im Matador erhielt den Ruf eine Todesfalle zu sein. („Death trap gearbox“)

Mit einem neuen, verstärkten Differential wurde das Problem bis Jahresende 1950 behoben. Da war allerdings der Ruf des Fahrzeugs bereits so weit beeinträchtigt, dass man zügig auf ein neues Getriebe aus dem ZF Regal wechselte, welches ab Fahrgestell 108 640 ab September 1951 eingebaut wurde.

Die deutschen Händler wurden in einer groß angelegten Rückrufaktion in die Pflicht genommen, die Kunden von den Vorteilen eines fabrikneuen Getriebes zu überzeugen, und auch die bereits ausgelieferten Fahrzeuge nachträglich umzurüsten.

Heute sind dem Tempo Club keine existierenden Fahrzeuge mit dem ursprünglichen Getriebe mehr bekannt. Es haben jedoch einige hundert Fahrzeuge sowohl mit dem modifizierten, verstärkten VW- als auch mit dem neueren ZF 4DS7 Getriebe überlebt. Auch einzelne Getriebe in der zu schwachen Variante sind in letzter Zeit aufgetaucht.

Bereits 1952 wurde deshalb der nun technisch ausgereifte Matador für das Volkswagenwerk und den VW-Transporter aus Hannover ein so ernstzunehmender Konkurrent, dass man von dort aus die Belieferung mit eigenen Motoren für Tempo einstellte. Die Einkäufer bei Tempo hatten es versäumt einen Liefervertrag abzuschließen und VW berief sich auf das seit 1951 angebotene T1 Pritschenfahrzeug für welches man die Motoren nun händeringend selbst benötigen würde.

Dies führte dazu, dass bereits im März 1952 zunächst ein kleineres Modell Tempo Matador 1000 mit Dreizylinder Zweitaktmotor, schmalerem Fahrgestell und optisch leicht geänderter Karosserie vorgestellt wurde.

Ab August 1952 schickte dann der Matador 1400 mit großem 34 PS Heinkel-Viertaktmotor den „VW“-Matador endgültig in den vorzeitigen Ruhestand.

Der letzte VW Matador war ein Hebmüller Modell mit Chassis Nummer 113 621 und wurde am 10. Oktober 1952 fertiggestellt.

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