Matador / Mayor

1949 stellte das Tempo Werk mit dem neuen Matador den Nachfolger des erfolgreichen A 600 vor, dessen Produktion kriegsbedingt 1943 eingestellt wurden musste.

Der neue Konstrukteur Dietrich Bergst setzte sich bei den Vidals mit seinem Entwurf gegen den Entwurf des damaligen Chefkonstrukteurs Otto Daus durch. Das Fahrzeug wurde heimlich schon kurz nach Ende Krieges trotz des Verbots der englischen Besatzer zu Hause in der Küche entworfen.

Für den großen Erfolg sorgte, dass das Auto zunächst an die besten Kunden zur Erprobung ausgeliefert wurde (Vorserie mit Fahrgestellnummern 001 bis 099). Die Fahrzeuge wurden nach der Erprobung durch die Kunden gründlich untersucht und die Erkenntnisse flossen direkt in Verbesserungen für die Produktion ein. Der im Krieg bewährte Volkswagenmotor, welcher als Mittelmotor hinter der Vorderachse verbaut wurde sorgte gemeinsam mit dem serienmäßigen VW-Getriebe für den Antrieb auf die Vorderräder. Dies ermöglichte im Gegensatz zu dem nahezu gleichzeitig vorgestellten  VW-Transporter nahezu unbegrenzte Aufbauvarianten für das Fahrzeug.

Große Stückzahlen sicherte ein Auftrag des neu gegründeten Bundesgrenzschutz für Kranken-, Werkstatt- und Mannschaftsfahrzeuge auf Basis des Matador Luxus mit vergrößerter Karosserie, welcher bei Karosserie Hebmüller in Köln gefertigt wurde.

Auf Grund des zunächst unverändert eingebauten VW-Getriebes wurde Tempo mit zahlreichen Reklamationen konfrontiert, die zunächst nicht ernst genommen wurden. Erst als der Rennfahrer Hans-Joachim Stuck mit seinem Matador Renntransporter schwer verunglückte wurde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Das Differential des Hinterachsgetriebes aus dem Käfer war nicht für die hohen Belastungen an der Vorderachse ausgelegt und brach bei Belastung. Dadurch wurde das Fahrzeug unlenkbar – mit katastrophalen Folgen.

Mit einem neuen Differential wurde das Problem Ende 1950 behoben. Da war allerdings der Ruf des Fahrzeugs bereits so weit beeinträchtigt, dass man zügig auf ein neues Getriebe aus dem ZF Regal wechselte. Die Händler wurden in einer groß angelegten Rückrufaktion in die Pflicht genommen, die Kunden von den Vorteilen eines fabrikneuen Getriebes zu überzeugen.

Heute sind dem Tempo Club keine Fahrzeuge mit dem ursprünglichen Getriebe mehr bekannt. Es haben einige hundert Fahrzeuge sowohl mit dem modifizierten VW- als auch mit dem ZF 4DS7 Getriebe überlebt.

Bereits 1952 wurde der Matador für das Volkswagenwerk und den VW-Transporter aus Hannover ein so ernstzunehmender Konkurrent, dass man von dort aus die Belieferung mit Motoren für Tempo einstellte. Die Einkäufer bei Tempo hatten es versäumt einen Liefervertrag abzuschließen und VW berief sich auf das neuen Pritschenfahrzeug für welches man die Motoren händeringend selbst benötigen würde.

Dies führte dazu, dass bereits im März 1952 zunächst ein kleineres Modell Tempo Matador 1000 mit Dreizylinder Zweitaktmotor und geänderter Karosserie vorgestellt wurde. Ab September 1952 schickte dann der Matador 1400 mit großem 34 PS Heinkel-Viertaktmotor den VW-Matador endgültig in den vorzeitigen Ruhestand.

 

G 1200

1936 stellte Tempo mit dem Geländewagen G 1200 eine technische Meisterleistung vor. Das Fahrzeug verfügt über zwei Motoren, jeweils einer vorne, einer hinten sowie lenkbare Vorder- und Hinterräder. In der Mitte sind die Reserveräder an Achsen so angebracht, dass Sie beim Überfahren von Böschungen als Hilfsachse dienen können.

Das G Modell aus dem Tempo Werk verwies die Konkurrenz für sehr lange Zeit auf die hinteren Plätze und gewann sämtliche wichtigen Preise bei Geländewettbewerben. Das deutsche Militär befürchtete Nachschub-Probleme auf Grund der Zweitaktmotoren und setzte deshalb nicht auf den Tempo. Aus diesem Grund blieb der Wagen auf dem Heimatmarkt relativ selten. Im Ausland wurden die Vorteile des Tempo erkannt. Eine große Stückzahl wurde an die schwedische Armee ausgeliefert, auch in alle anderen Länder wurde zahlreich exportiert so lange dies möglich war. Hauptabnehmer waren neben Schweden auch Brasilien, Frankreich, China und Rumänien.

Der Faszination des im Tempo Werk erhalten gebliebenen G 1200 erlagen auch die Redakteure der Auto Bild, als sie 2004 die Gelegenheit hatten, dieses Fahrzeug zu besichtigen. Der Artikel findet sich hier im Netz.

A 600

1938 stellte Tempo die Verkaufsbezeichnungen seiner Fahrzeuge von Typ E auf A um. Auch der große Tempo 600 erhielt noch einmal einen neuen Namen. Mit Einher ging die Erhöhung der Motroleistung auf nun 19,5 PS, die Optik blieb jedoch gleich. Fortan hieß der Vierradtempo A 600. 1943 musste man die Produktion aufgrund der Bestimmungen des Schell Plans einstellen. Bei den späteren A Modellen wurde eine vordere Stossstange angebracht und dafür der Rohrrahmen verlängert. Sie sind an dem dafür notwendigem  runden Ausschnitt in der Motorhaube recht gut erkennbar.

E 600

1936 stellte Tempo den Nachfolger des erst 1936 vorgestellten V 600 vor. Das bisherige Sperrholz Fahrerhaus wurde durch nun in Stahlblech hergestellt. Der Wagen wurde nun bis 1938 als E(isen) 600 verkauft.

V 600

1935 stellte Tempo – nach gründlicher Erprobung – erstmals einen Vierradtransporter vor. Der Tempo V 600 besaß ein zweisitziges Führerhaus aus mit Kunstleder bezogenem Sperrholz und dahinter die Ladefläche. Schon 1936 wurde das Sperrholz Fahrerhaus durch ein Pendant aus Stahlblech ersetzt. Der Wagen wurde nun als E(isen) 600 verkauft. 1938 änderte man den Namen erneut, die Optik blieb jedoch gleich. Fortan hieß der Vierradtempo A 600. 1943 musste man die Produktion aufgrund der Bestimmungen des Schell Plans einstellen.